Es waren ein paar harte Tage diese Woche, und zwar jene drei Tage, an denen meine Tochter total erkältet und schlapp war. Schlapp zum einen, weil sie in der Nacht nicht besonders gut schlief, zum anderen weil richtig erkältet sein einfach anstrengend ist. Vor allem aber war sie lustlos: zum Essen, zum Spielen, zum Rausgehen, zum Kommunizieren, ja sogar zum Schlafen. Nichts hat gepasst, nichts konnte ich ihr recht machen. So ging sie an einem Tag an die hundert Mal zur Decke, ließ sich auf den Boden fallen und weinte. Gründe hierfür konnte und wollte sie nicht benennen, bei Nachfrage wurde sie lediglich noch zorniger. Trotzen und erkältet sein ist wohl eine der schlechtesten Kombinationen. Und doch mussten wir durch.

So schaffte ich es stets die Maus nach ein paar Minuten des Wütens wieder in die Arme zu schließen und zu beruhigen, als sie es wieder zuließ. Und das war spätestens dann, wenn ihr der Rotz bereits komplett in den Mund lief – oder sie einen Hustanfall bekam. Ich versuchte mich stets geduldig und verständnisvoll mit Worten wie „Ist schon in Ordnung Maus“ oder „Ich bin da, alles ist gut“ um die unglückliche Situation und der Gefühlswelt meiner Tochter her zu werden und für sie da zu sein. Denn niemand ist gerne krank, schon gar nicht ein Kind. Nur dass ein Kind oftmals anders damit umgeht.

Es war Donnerstag, neun Uhr abends, als mir nach stundenlanger Einfühlsamkeit dann doch der Geduldsfaden riss – auf das ich auch keineswegs stolz bin. Nach mehrmaligen Versuchen ins Bett zu gehen und einigen Schimpftiraden meiner Tochter, die ich noch ruhig und gelassen überhörte, stieg sie eine halbe Stunde später aus ihrem Bett. „Ich mag nicht schlafen gehen!“ weinte sie in ihrer Wut. Und weil sie nachmittags sehr lange geschlafen hatte, war ich auch hier zu einem Kompromiss bereit, das Kind ist schließlich krank. So schlug ich ihr vor uns vor den Fernseher zu kuscheln oder im Bett ein Buch anzuschauen. Beides wurde mit einem tobenden Anfall abgelehnt. Sie wollte am iPad spielen, was sie vor dem ins Bett gehen nicht darf. Und weil vor lauter Wut über mein Verbot das iPad auf den Küchenboden geworfen wurde, Gott sei Dank ohne eine Schramme davon zutragen, war ich raus. Genug für heute. Genug Verständnis. Genug Einfühlsamkeit. Papa musste übernehmen.

Nachdem sich meine Tochter wieder beruhigt hatte, denn natürlich war dieses Mal ich es die an die Decke ging, entschuldigte sie sich beim Papa, der noch geduldig eine halbe Stunde mit ihr leise in ihrem Zimmer spielte, bis sie freiwillig schlafen ging. Ich war in der Zwischenzeit mit meinem Buch im Schlafzimmer und froh, dass ich raus war aus dieser Sache, denn der Tag war für mich ebenso anstrengend wie für meine kranke Tochter.

Als sie in dieser Nacht zu uns ins große Bett wechselte, was sie täglich macht, kuschelte sie sich eng zu mir und sagte „Mama, Entschuldigung! Sind wir wieder Freunde?“ „Alles in Ordnung, Maus. Wir sind immer Freunde, egal wie beleidigt oder böse ich bin.“, sagte ich. Sie streichelte meine Wange und sagte dann: „Super Mama, dann können wir wieder kuscheln! (Orig. sagte sie im Dialekt: „Donn damma wieder kuscheln!“) Und das mit dem iPad mache ich nicht mehr!“

Das negative Erlebnis und meine Reaktion beschäftige meine bald Dreijährige also bis in die Nacht hinein, was mir sehr Leid tat, denn darüber war ich mir gar nicht im Klaren. Niemand geht gerne enttäuscht oder böse ins Bett, so auch kein Kind. Das nächste Mal werden wir uns also mit Sicherheit noch vor dem Schlafen gehen wieder versöhnen, damit wir beide den Tag mit positiven Gedanken abschließen können.

 

 

Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (29) über das Kinderglück mit meiner dreijährigen Tochter, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

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