„Erst, wenn du „bitte“ sagst!“

„Wie heißt das Zauberwort?“

Ich weiß nicht wie ihr das so handhabt mit dem „Bitte“ und „Danke“ sagen. Ich für meinen Teil erinnere meine bald Dreijährige nicht stets daran diese Worte auszusprechen bevor sie etwas bekommt oder danach. Vielmehr ist es mir wichtig ihr die Werte des Dankbar seins vorzuleben, in dem ich selbst die beiden „Zauberwörter“ verwende und mich bei meinen Mitmenschen bedanke oder sie um etwas bitte. Denn was bringt es, wenn das Kind diese Worte nicht versteht, aber doch aussprechen MUSS? Das von den Eltern oftmals so lästige „Wie heißt das Zauberwort?“ kann sich nämlich auch gegensätzlich auswirken, wenn es das Kind stets mit Widerwillen über die Lippen bringen muss. Ehrlich ist es danach auch nicht gemeint. Was wäre, wenn uns Eltern jemand fragen würde, wie das Zauberwort heißt? Albern würden wir uns vorkommen, wenn uns jemand maßregelt, klein und bloßgestellt.

So lebe ich meiner Tochter das „Bitte“ und „Danke“ sagen vor, ohne stets ein Drama daraus zu machen, wenn sie eines der Worte vergisst. Sie wird erst drei Jahre alt, so ist das eben. Und doch ist sie deshalb nicht weniger freundlich oder hat weniger gutes Benehmen. Irgendwann wird sie es intus haben, so wie sie vor gut einem halben Jahr das Töpfchen gehen intus hatten. Kinder lernen und bis sie es gelernt haben kann man ihnen dabei helfen, als Vorbild.

Neulich waren wir alle drei Zuhause. Die Maus war am Rumalbern mit dem Papa während ich in der Küche meinen Kaffee genoss. Irgendwann kamen die beiden in Richtung Küche und der Papa öffnete die Süßigkeiten-Lade. Schnell wurde entschieden, was die beiden naschen wollen. Der Papa gab der Maus eine Kinderschokolade, die Maus bedankte sich daraufhin freudestrahlend mit „Danke, Papi!“ und einem Küsschen obendrauf.

Ein paar Tage später. Die Maus und ich waren im Supermarkt als wir bei den Brötchen vorbeikamen. Und weil ich sie nicht sofort hörte, als sie mich darum bat ihr eines zu geben, sagte sie mit Nachdruck: „Bitte, Mama!“ Als wir schließlich an der Kassa bezahlten und die Maus noch fröhlich an ihrem Brötchen knabberte, sagte die Kassiererin: „Mahlzeit, kleines Mädchen!“ und wartete danach auf eine Antwort, die sie nicht bekam. „So süß die Kleine, aber danke sagen hat sie noch nicht gelernt!“ Sichtlich begann der Maus das Brötchen nicht mehr zu schmecken und sie wollte zum Auto. Ich bedankte mich für die Maus, jedoch mit dem freundlichen Zusatz, dass sie mit ihren noch nicht einmal drei Jahren nicht alles können muss.

Wenige Tage später waren wir auf Besuch bei einer Verwandten. Die Maus bekam dort etwas zu essen und zu trinken angeboten und schließlich auch serviert. Die Verwandte meinte: „Wie sagt man da, wenn man etwas bekommt?“ Meine Tochter schaute sie mit großen Augen an und eingezogenen Kopf an. „Wie sagt man da?“ „Danke!“, sagte ich daraufhin. Die Maus lächelte beschämend und kam zu mir. „Danke!“, flüsterte sie vor sich hin und ich nahm sie in den Arm.

Meine Maus kann „Bitte“ oder „Danke“ sagen, doch macht sie es nicht in jeder Situation, die es nach gutem Benimmregeln fordern würde. Und das ist völlig in Ordnung. Was macht es denn schon, wenn sie es das ein oder andere Mal vergisst? Dann gibt es immer noch die Mama oder den Papa, die ihr dabei aushelfen können. Das Wichtigste ist doch, dass die Dankbarkeit durch ein lästiges „Wie sagt man da?“ nicht verloren geht. Kinder sieht man Dankbarkeit auch an ohne sie aussprechen zu müssen. Und irgendwann funktioniert es sowieso von ganz alleine.

Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (29) über das Kinderglück mit meiner dreijährigen Tochter, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

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