Es ist bedingungslose Liebe – das Band, das eine Mama und ihr Kind zusammenhält, ein Leben lang, und weit darüber hinaus. Und dieses Band ist einfach unbezahlbar. Diese Liebe darf ich nun schon 32 Jahre lang am eigenen Leib erfahren, seit mehr als sieben Jahren sogar selbst als Mama. Diese Liebe ist nicht nur unersetzbar, sondern sie ist wohl auch das schönste Gut, das uns groß werden lässt.

Meine ganz besonderen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass dieses Band durch nichts und niemanden getrennt werden kann. Eine Mama ist und bleibt die Mama – ganz egal was passiert. Und diese Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen…

Nach dem Abschluss der Uni flog ich Anfang des Jahres 2012 für sieben Monate auf die Philippinen. In Cordova, einem kleinen aber doch dicht bewohnten Ort auf der Insel Mactan war ich als Volontärin in einem Waisenhaus der Albert Schweitzer Familienwerk Foundation Philippines tätig. Zu der Zeit lebten über 50 Kinder und Jugendlichen mit oder ohne ihre Geschwister in dieser Einrichtung zusammen, in dieser einen großen liebevollen Familie – ohne ihre Mütter. Die Kleinsten unter ihnen waren gerade mal zwei Jahre alt, die ältesten wurden vorbereitet auf ein eigenes selbstständiges Leben nach dem College. 

Jedes einzelne Kind hatte eine Geschichte über die eigene Mutter zu erzählen. Geschichten, die für mich bis heute immer noch schwer vorzustellen sind: die Mama war verstorben oder schwer krank, drogenabhängig, im Gefängnis, vermisst oder untergetaucht, oder sie konnte armutsbedingt nicht für das Kind sorgen, und und und. Welche Gründe es auch waren, die die Kinder weg von der Mama brachten, die Lasten auf den kleinen Kinderschultern waren enorm. Jeden Tag trugen sie ihre Geschichte mit sich herum und meisterten jeden noch so kleinen Meilenstein, zwar niemals alleine, aber eben ohne ihre Mama. Doch was auch passiert war, was die Kinder erfuhren, welchen Schmerz sie erleidet haben, jedes einzelne der Kinder liebte ihre Mama bedingungslos und vermisste sie Tag für Tag. 

Gemeinsam mit den Betreuerinnen durfte ich die Kinder durch ihren Alltag führen, vom Aufstehen über den Weg zur Schule, die Betreuung danach, Lern- und Freizeitaktivitäten bis hin zu ganz individuellen und intensiven Betreuungsstunden. Die Arbeit und die Zeit mit den Kindern war eine der unglaublichsten und emotionalsten Erfahrungen, die mir mein Leben schenkte. Und die mich bis heute unglaublich geprägt hat. Daran zu denken, dass das nur ein kurzer Bruchteil an Lebenszeit war, den ich diesen wunderbaren Kindern widmen konnte, ist immer noch unbegreiflich. Umso schöner ist es jedes Mal, wenn wir sie besuchen.

Die eigene Mama kann niemand ersetzen, im Herzen ist sie immer da, ganz egal was auch geschieht. Und war die Zeit mit ihr auch noch so kurz, jedes der Kinder wurde durch sie geprägt. Auch wenn die Kinder durch professionelle Hilfe lernten ihr Leben zu bestreiten, sie Liebe und vor allem auch Sicherheit im Waisenhaus erfuhren und mit unzähligen Lachern ihren Alltag genossen, lag den meisten von ihnen dennoch nur ein Wunsch fern: die Mama irgendwann wieder zu sehen. 

Das unsichtbare Band zwischen den Müttern und ihren Kindern bleibt bestehen, über alle Grenzen hinweg. Über alle Zeiten hinweg. Über jeden Lebensweg hinweg. Es ist diese ganz besondere Liebe, die auf ewig währt – ganz egal was passiert. 

Happy Mothersday euch allen!

Alles Liebe, Steffi

Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (32) über das Kinderglück als 2-fach Mama, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

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