Hilfe, die Nase rinnt! Was eigentlich als Normalstatus während der nasskalten Zeit gilt – kursiert ja normalerweise der bekannte Dauerschnupfen und diverse andere Kindergartenviren der kalten Monate in den Gruppen – stellt uns Eltern im Jahr 2020 vor ganz neue Herausforderungen. Doch wie ist das nun eigentlich: Darf mein Kind aktuell mit Schnupfen in den Kindergarten oder in die Krabbelstube?

Diese Frage haben sich wohl schon die meisten Eltern von uns gestellt und die „richtige“ Antwort darauf hat in den zig einzelnen Fällen nur das jeweilige Kindergartenpersonal bzw. die Leitung der jeweiligen Einrichtung. Denn ganz so einheitlich scheint es dann doch nicht geregelt zu sein. Während bei der einen Betreuungseinrichtung ein Kind trotz Schnupfen kommen darf, weil „normale“ Viren schließlich auch nicht schlecht für die Abwehrkräfte sind, möchte die andere Tagesstätte aktuell am besten auch keine Rotznasen in Empfang nehmen. Denn wo Rotznasen, da ist der Husten oder andere Erkältungssymptome nicht mehr weit, sagen die anderen. Und doch ist eine süße Rotznase wohl sicherlich das geringste Übel, zumal es auch nicht zu den bekannten Covid-19 Symptomen gehört und in der kalten Jahreszeit sogar schier unvermeidbar ist. Dass man da als Elternteil nicht sofort Pflegeurlaub beantragen möchte, wo man in den vergangenen Monaten dem Arbeitgeber schon so einiges abverlangt hat, verständlich. Und Home-office gibt es schließlich auch nicht in allen Berufsspaten. 

Ist das Kind trotz schnupfiger Nase gut gelaunt und fit genug für einen Tag im Kindergarten, spricht ja im Grunde nichts gegen den Besuch der Einrichtung, sofern es keinen Husten oder Fieber hat und so nicht gleich unter die Kategorie CoV-Verdachtsfall fällt, oder? Doch hier beginnt auch schon die Unsicherheit. 

Doch mal abgesehen von der aktuellen Ampelfarbe des jeweiligen Wohnbezirks ist jede Einrichtung dafür verantwortlich, dass es gar nicht erst so weit kommt, dass ein ’nur‘ verkühltes Kind doch plötzlich zum CoV-Verdachtsfall wird und eine ganze Gruppe oder vielleicht sogar das gesamte Haus schließen lässt, und das ist eine riesengroße Herausforderung in diesem Jahr, keine Frage. Ob das Kindergartenpersonal absehen kann ob das Kind wirklich nur einen Schnupfen hat oder da doch eventuell mehr daher kommt, ebenso. Wir Eltern wollen und müssen arbeiten gehen, das steht ebenso außer Frage. Und doch soll die Sicherheit der Einrichtung gewährleistet bleiben, dass es zu keinerlei Gruppenschließungen wegen diverser Viren-, Verdachtsfälle und Co. kommt. So wie wir Eltern unsicher sind, so ist es auch das Kinderpersonal. Schuldzuweisungen sind in der aktuellen Lage hier wohl fehl am Platz. Jeder will aktuell das beste, niemand will freiwillig das Risiko eingehen gleich eine ganze Handlungskette in Kraft zu treten.

Ein krankes Kind gehört daheim betreut, ganz klar. Das lag schon vor Covid in der Eigenverantwortung von uns Eltern. Und doch ist der Interpretationsspielraum hier aktuell eher klein. Ein einfacher Schnupfen wäre halb so wild, doch eine ordentliche Erkältung zerrt an den Kräften, das Kind schläft vielleicht auch schlecht wegen verstopfter Nase oder Husten und fühlt sich matt und einfach nicht fit. Wir Eltern kennen unsere Kinder am besten und sollten wissen in welchem Zustand sie sich befinden – ist es wirklich nur ein Schnupfen oder kommt da eventuell mehr? Denn wird das Kind am Morgen mit rinnender Nase gebracht und es kommt während der Betreuung zu einer Verschlechterung des Kindeszustands in Form von anderen Erkältungssymptomen, spätestens dann bleibt der Pädagogin gar nichts anderes übrig als die Eltern anzurufen, damit das Kind abgeholt wird. In Kombination mit Husten oder Fieber wird man aktuell sowieso an den Kinder- oder Hausarzt verwiesen, der zur weiteren Vorgangsweise und ggf. zu einem Coronatest berät. 

Es ist ein Drahtseilakt, so viel steht fest. Und doch ist das erst der Anfang der kalten Zeit, die uns Eltern, aber auch den Kindern und Pädagoginnen noch einiges abverlangen wird. Doch sollten wir weniger darüber grübeln, was, wann, wie zu tun ist, wenn die Verkühlung bzw. Virus XY eintritt, sondern uns vielmehr auf’s Abwehrkräfte stärken konzentrieren, und zwar von uns selbst und vor allem von den unserer Kinder – so wie wir es schon seit jeher kennen: gut gekleidet bei Bewegung an der frischen Luft, am besten jeden Tag, unter Kindern und den normalen Viren ausgesetzt, mit gesunden und abwechslungsreichen Essen und vor allem ohne Angst vor einer möglichen drohenden Verkühlung, denn das nimmt uns nur die Lebensfreude. 

Bleibt gesund! 

Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (30) über das Kinderglück als 2-fach Mama, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

6 Antworten auf „Corona-Maßnahmen: Darf das Kind mit Schnupfen in den Kindergarten?

  1. Schon zusammengefasst. Leider scheinen die meisten Eltern in der Einrichtung in der ich arbeite das nicht zu wissen und wir können Tagtäglich Eltern hinterher telefinieren. Meistens sind es dann sogar die, die nicht Berufstätig sind und somit das Problem mit Urlaubstagen nicht haben…. :/

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    1. Ohje, das sollte nicht sein 😦 dem Kind das Recht zum gesund werden nehmen. Ich habe auch schon gehört, dass ein Kind vor dem Kiga ein fiebersenkendes Zäpfchen bekommen hat und dann wurde es in die Einrichtung gebracht. Sag dürft ihr dem Kind eigentlich einen Hustensaft geben? Also wenn man als Mama einen einpackt und darum bittet? Oder einen Nasenspray?

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  2. Manchmal ist die Grenze fließend… Wenn ich öfter im Kindergarten kleine Kinder sehe, denen der Schnupfen in zwei breiten Bahnen in den Mund fließt, frage ich mich schon, ob das sein muss… Schöne Frage, mit der man prüfen kann, ob das eigene Kind in den Kindergarten gehen soll: Möchte ich, dass mein Kind im KiGa auf solche Kinder trifft, denen es so geht wie meinem eigenen? 🙂

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  3. ich komm mir vor, als schauen mich alle Mütter verachtungsvoll an. Denn, ich bin zuhause. der große geht in den Kindergarten und der kleine ist noch zuhause! tja, seit einem monat schleppt der grosse husten und schnupfen mit. kaum war er 2 tage fit im kiga- wieder husten und schnupfen. jetzt hatte er fieber und ich werde ihn bestimmt nicht in den kiga schicken. ich werde auch die pädagogin fragen ob andere kids krank sind, bevor ich ihn wieder im kiga haben will. langsam denk ich, dass die pädagoginnen mich für übermutterhaftseinwollen halten. aber ihr habt alles erwähnt und mich bestärkt dass ich nicht allein so nachdenke

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