Sommer, Sonne, Badezeit! Bei diesen wunderbar heißen Temperaturen rufen die Badeseen und Schwimmbäder ja förmlich nach uns! Doch nicht nur wir, sondern vor allem auch unsere Kleinen lieben das Plantschen im kühlen Nass. Um die Badesaison voller Vergnügen und vor allem voller Sicherheit genießen zu können, habe ich mich mal umgehört, was die besten und sichersten Schwimmhilfen für unsere Kleinsten sind. Und da habe ich niemand lieber befragt als die ehemalige Schwimmlehrerin meiner Großen, Schwimmschulleiterin der Quietschenten und Osteopathin Kathrine Kjärulff.

Steffi von onthemomsideoflife: Liebe Kathrine, bei den Schwimmhilfen hat sich ja einiges in den letzten Jahren getan. Zumindest sind einige Alternativen zu den altbewährten Schwimmflügerl dazu gekommen. Welche Schwimmhilfe ist denn eigentlich für welches Kind geeignet? Auf was sollte man da beim Kauf achten?

Kathrine von den Quietschenten: Hallo Stefanie, es freut mich das du so gerne mit deinen Kindern im Wasser bist und dir bei mir Informationen rund um die Schwimmhilfe einholst. Welche Schwimmhilfe für welches Kind geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine perfekte Schwimmhilfe gibt es nämlich nicht, denn jede hat Vor und Nachteile. Eine Schwimmhilfe welcher Art auch immer hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Kind nicht sofort wie ein Stein unter geht sollte es plötzlich ins Wasser fallen. 

Alternativ zu den Schwimmflügel oder Schwimmscheiben, empfehle ich eine Schwimmweste oder einen Bojenanzug. Für das Schwimmen lernen selber wird maximal eine Schwimmnudel oder ein Schwimmbrett verwendet.

Schwimmwesten sind nicht mit einer Rettungsweste zu verwechseln. Die Rettungsweste stützt den Kopf mit einer Nackenstütze, so dass die Atemwege auch im beeinträchtigten körperlichen Zustand frei bleiben.

Die Schwimmwesten oder auch der Bojenanzug sind eine Möglichkeit dem Kind das freie Spiel im tieferen Wasser zu ermöglichen. Arme und Beine sind frei und die Wasserlage ist somit besser als mit einer Unterstützung die nur an den Armen angebracht ist.

Beide Schwimmhilfen sollten gut am Körper anliegen, damit der Auftrieb gut am Rumpf aufliegt. Nicht unwesentlich beim Kauf ist auch das Körpergewicht des Kindes. Bojenanzug und Weste empfehlen wir in der Schwimmschule ab einem Alter von 2 Jahren, denn erst da ist das Gleichgewicht soweit ausgereift dass das Kind nicht umkippt.

Steffi: Schwimmflügerl und Schwimmscheiben – gibt’s da irgendwelche Unterschiede?

Kathrine: Schwimmflügerl sind mit Luft gefüllte Poster, die vor dem aufblasen dem Kind an den Armen übergestreift werden. Bestenfalls haben die Flügel ein  Zweikammern – System, sollte mal eine Kammer ihren Geist aufgeben gibt es immer noch eine Zweite.

Die Schwimmscheiben können in einzelne Scheiben unterteilt werden, so kann man den Auftrieb besser an die Aktivität des Kindes anpassen. Je aktiver das Kind im Wasser ist, desto weniger Schwimmscheiben sind nötig, da das Kind durch seine aktiven Schwimmbewegungen leichter an der Wasseroberfläche bleibt. Kinder mit rund einem Jahr kommen damit oft schon gut zurecht.

Steffi: Ich bin ja immer der Meinung „safety first“, also muss mein Zwerg seine Flügerl auch im seichten Kinderbecken tragen, auch wenn ich neben ihm stehe. Aber braucht es das denn auch wirklich?

Kathrine: Das sehe ich auch so, Sicherheit geht über alles!

Bist du zu 100% bei deinem Kind, idealerweise gemeinsam mit deinem Kind im Wasser, egal ob im Babybecken oder im „Großen Becken“ dann kannst du die Schwimmhilfe auch mal weglassen. Im stehtiefen Wasser kann dein Kind viele wichtige Erfahrungen rund um das Element Wasser sammeln. Eine Schwimmhilfe kann da im motorischen Lernen dazwischenfunken, denn eine wesentliche Erfahrung, die im Hinblick auf das Schwimmen lernen gemacht werden soll ist zu erfahren wie das mit dem Aufrieb so funktioniert. Fragen wie, wann gehe ich unter, wann bleibt mein Kopf oben, wenn ich hüpfe spritzt es, wenn ich am Rücken liege sind die Ohren im Wasser, aber ich bekomme gut Luft. Für uns Erwachsene lauter logische Folgen. Kinder können sich die Fragen im selbstbestimmten und sicheren Spiel vielmals selbst beantworten, man muss sie nur lassen.

Steffi: Liebe Kathrine, meine Sechsjährige schwimmt dank dir bereits seit zwei Jahren wie ein kleiner Fisch. Doch bei meinem zweieinhalbjährigen Sohn muss ich dafür umso mehr aufpassen, denn der springt liebend gerne wie seine große Schwester ohne zu zögern ins Schwimmbad. Deshalb habe ich ihn mit Schwimmweste UND „Flügerl“ ausgestattet – nach dem Motto „doppelt hält besser“. Ist diese Kombi für kleine Wasserratten denn hilfreich – oder vielleicht doch eher too much?

Kathrine: Mit diesem Alter kannst du versuchen die Flügel abzubauen, indem du ihm vermittelst dass er kräftig mit den Beinen laufen soll. Unterstützung gibst du ihm nur am Becken und nicht an den Armen. So bekommt dein Sohn langsam das Vertrauen in die Weste und du kannst parallel dazu die Unterstützung sanft abbauen, bis dass er sie gar nicht mehr benötig.

In unserer Schwimmschule setzen wir gerne immer wieder Schwimmhilfen ein, da die Kinder sich selbstständig damit aktiv im Wasser bewegen, und meist sehr große Freude daran haben. Bist du mit deinem Kind im Wasser versuche es auch immer wieder mal ohne Schwimmhilfe, besonders das Festhalten am Rand und das selbstständige Hinausklettern aus dem Schwimmbecken kann lebensrettend sein, wenn das Kind diese Erfahrungen schon in entspannter Umgebung sammeln durfte.

Steffi: Nun steht der Schwimmkurs vielleicht schon kurz bevor. Gibt es denn optimale Schwimmhilfen, die das größere Kind auf die Basic-Schwimmbewegungen vorbereiten können?

Kathrine: Schwimmflügel und Schwimmscheiben sind bis zu einem Alter von 2,5 Jahren völlig ok, danach empfehlen wir auf einen Bojenanzug oder eine Weste umzustellen.

Der Bojenanzug ist einer der besten Schwimmhilfen, da er selbst kaum ausgezogen werden kann und der Anzug an den Könnenstand des Kindes sehr gut angepasst werden kann. Je sicherer und kräftiger das Kind im Wasser ist, desto mehr Bojen kann man entnehmen. Zum Schluss bleiben nur noch Bojen am Rücken über, ähnlich einem Schwimmgurt, nur das nichts rutscht oder scheuert.

Die Float Jacket aus unserem Shop hat auch ein Bojensystem in Form einer Weste. Im Vergleich zur Schwimmweste ist sie etwas breiter und daher ab einem Alter von 3,5 Jahren besser, da sie sonst etwas zu globig am Körper ist. Wieder gilt, bei jedem Kind und Körper kann das anders sein.

Mit Schwimmhilfen die am Rumpf fixiert sind kann das Kind Arm und Beinbewegungen in Ruhe üben. Schwimmen lernen selbst lernt dein Kind am besten in einem Schwimmkurs mit nur sehr wenig Schwimmhilfen zur anfänglichen Unterstützung.

Kathrine Kjärulff: Meine 5 Tipps für Schwimmanfänger:

  • Vor dem Schwimmen immer abduschen.
  • Nimm ins Schwimmbad ein Spielzeug mit welches dein Kind gerne hat.
  • Übe das selbständige raus und reinklettern ins Schwimmbecken.
  • Blubbert gemeinsam an der Wasseroberfläche.
  • Tauche gemeinsam mit deinem Kind Gegenstände aus max 30cm unter der Wasseroberfläche auf.

Ich wünsche allen Eltern ganz viel Freude beim gemeinsamen Schwimmen. Für Beratungen rund um die Schwimmhilfen könnt ihr einfach eine Mail an hallo@quietschenten.at schreiben.

Steffi, ich freu mich über ein Video von deinem Sohn nur mit Weste und ohne Flügerl 😉

Vielen lieben Dank an Kathrine Kjärulff für die ausführlichen Informationen zum Thema Schwimmhilfen und Sicherheit im Wasser! Wer sich die verschiedenen möglichen Schwimmhilfen im Detail ansehen möchte, die findet ihr im Onlineshop der Quietschenten.

Alles Liebe, Steffi

*Dieser Beitrag enthält weiterführende Links für genauere Informationen.

Posted by:Steffi

Herzlich Willkommen auf meinem persönlichen Mamablog! Hier schreibe ich, Steffi (31) über das Kinderglück als 2-fach Mama, arbeiten als Mama und ganz viel Alltagskram. Viel Spaß beim Lesen!

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